Statement des OV Worms Innenstadt zum Anwohnerparken

Am 04. April 2026 berichtete die Wormser Zeitung, die Stadt habe mitgeteilt, dass die Bereiche Schlossplatz, Stephansgasse, Petersgasse bis Folzstraße sowie der Marktplatz künftig für die Anwohner der Innenstadt als Bewohnerparkbereich wegfallen und stattdessen ausschließlich Besucherinnen und Besuchern der Innenstadt und des Marktplatzes zur Verfügung gestellt werden sollen. Dies sei als Kompromiss in der Diskussion um die Parksituation für Besucher des Wochenmarktes und der Innenstadt gedacht. 
Für den SPD-Ortsverein Worms-Innenstadt werden in diesem Kompromiss jedoch die Interessen der Anwohnerinnen und Anwohner deutlich zu wenig berücksichtigt. Welchen Vorteil haben sie von diesem Vorschlag? Wo genau parken Anwohnerinnen und Anwohner aktuell, die bisher die genannten Bereiche genutzt haben? 
 

Bereits jetzt stehen im Umfeld der Innenstadt, insbesondere zwischen Auxerreplatz und Römerstraße/Friedrichstraße, zahlreiche Parkhäuser für Besucherinnen und Besucher der Innenstadt zur Verfügung. Gleichzeitig wird der Bereich, in dem Anwohnerinnen und Anwohner ihre Bewohnerparkausweise nutzen können, zunehmend eingeschränkt. Demnächst wird erneut eine nicht geringe Zahl an Parkmöglichkeiten wegfallen, wenn auf dem Neumarkt die SchUM-Gedenkstätte entsteht. 
Wer möchte, dass die Innenstadt auch als Wohnort attraktiv bleibt, muss den dort lebenden Menschen ausreichende Parkmöglichkeiten zur Verfügung stellen, damit sie ihren Alltag – etwa den Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen – bewältigen können. 
Kurzzeitigen Besucherinnen und Besuchern der Innenstadt ist es aus unserer Sicht dagegen durchaus zumutbar, einen Fußweg von wenigen hundert Metern in Kauf zu nehmen, um Markt oder Geschäfte zu erreichen. Für Menschen mit körperlichen Einschränkungen können selbstverständlich Sonderregelungen getroffen werden. 
Anwohnerinnen und Anwohner parken in der Regel längerfristig, während Kurzzeitparker durch häufiges An- und Abfahren das Verkehrsaufkommen erhöhen. Wer nur für wenige Stunden Markt und Innenstadt besucht, fährt anschließend wieder weg – und der Kampf um den nächsten Parkplatz beginnt von Neuem. 
Würden die Parkplätze rund um den Marktplatz überwiegend von Anwohnerinnen und Anwohnern genutzt, während Besucherinnen und Besucher die nahegelegenen Parkhäuser anfahren, könnten die Verkehrsbewegungen in den besonders belasteten Bereichen der Innenstadt mutmaßlich reduziert werden. Voraussetzung hierfür ist allerdings eine klare, gut nachvollziehbare Verkehrsführung für Besucherinnen und Besucher, die sich vor Ort weniger gut auskennen. 
Eine solche Lösung könnte zugleich zur vielfach geforderten Aufwertung der Innenstadt beitragen, indem der Verkehr rund um den Marktplatz reduziert wird. Davon würden auch die Besucherinnen und Besucher profitieren: Weniger Verkehr steigert die Aufenthaltsqualität beim Einkauf auf dem Markt, beim Austausch bei einem Glas Wein oder beim Genuss eines Eises.
Bei weiteren Entscheidungen in Bezug auf Verkehr und Parkmöglichkeiten halten wir eine Probephase mit anschließender Auswertung der Ergebnisse und gegebenenfalls einer sinnvollen Nachsteuerung für angebracht. 
 
Aus den genannten Gründen lehnt der SPD-Ortsverein Worms-Innenstadt die Regelung in der jetzigen Form ab. Wir setzen uns dafür ein, dass bei allen weiteren Entscheidungen die berechtigten Interessen der Anwohnerinnen und Anwohner angemessen berücksichtigt werden. 
Eine lebendige Innenstadt braucht attraktive Angebote für Besucherinnen und Besucher ebenso wie gute Lebensbedingungen für die Menschen vor Ort. Mehr Aufenthaltsqualität und weniger Verkehr rund um den Marktplatz würden beiden Seiten zugutekommen. 

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